Zeitmangel? Eilige Patientenabwicklung? Nicht in der Rehabilitativen Medizin des Medizinischen Versorgungszentrums in Essen Borbeck. Rehamediziner Dr. Horst Gerhard nimmt sich viel Zeit für seine Patienten und setzt auf ein ganzheitliches Therapiekonzept mit Bewegung und Naturheilverfahren anstelle von voreiligen Operationen.

Mindestens eine Dreiviertelstunde dauert ein Erstgespräch“, sagt Privatdozent Dr. Horst Gerhard, der den im Juli 2015 gegründeten Bereich Physikalische und Rehabilitative Medizin des Medizinischen Versorgungszentrums leitet. Er untersucht seine Patienten nicht nur, er lernt sie kennen – mit Hobbies, Ängsten, Zielen und dem gesamten Lebensumfeld.

„Ich will keinen Facharzt ersetzen“

Es gehe nicht darum, eine Krankheit zu diagnostizieren. „Ich will keinen  Facharzt ersetzen“, betont er.

„Patienten  sollten möglichst schon mit einer Diagnose zu mir kommen, damit ich auf Fakten zurückgreifen kann“.

An die Vorarbeit seiner Kollegen knüpft er an. Besonders bei Patienten mit chronischen Kopfschmerzen oder Bandscheibenproblemen sei es mit einer einfachen Diagnose und Schmerztabletten nicht getan. Dr. Gerhard geht an die Ursache: Sind eine Fehlhaltung oder Probleme mit der Halswirbelsäule der Ursprung des Übels? Ein ungünstiger Schreibtisch, die falsche Berufswahl? „Die Sichtweise auf die Wirbelsäule hat psychodynamisch auch etwas mit Selbstbehauptung zu tun“, meint der Mediziner. An der Stelle kommt die Psychologie mit ins Spiel. „Ich schaue auch,
inwiefern der psychosoziale Hintergrund zur Krankheit beigetragen hat“, sagt er und spezifiziert: „Es gibt Berufe, die krank machen.“ Manchen empfiehlt er deshalb, sich einen anderen Job zu suchen.

Rehaplan nach Patientenwunsch

Nach einem ersten, aufschlussreichen Gespräch erstellt Dr. Gerhard in Abstimmung mit den Patienten einen Rehaplan. Berücksichtigt werden dabei vor allem die Wünsche, Lebensumstände und das persönliche Potenzial. In Zusammenarbeit mit Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen werden die gemeinsam aufgestellten Ziele umgesetzt und die Fortschritte in regelmäßigen Teambesprechungen kontrolliert.

Dabei gilt: milde Heilungsmethoden vor voreiligen Operationen. Also lieber physikalische Therapie mit Massagen, Bädern, Fango und Krankengymnastik als mit Vollnarkose unters Messer. „Operationen hinterlassen immer Narben“, sagt Dr. Gerhard. Wenn Lähmungen auftreten, sei eine Operation unausweichlich. In allen anderen Fällen ist er für den sanften Weg: „Die Reha soll verhindern, dass es überhaupt erst soweit kommt.“

Kontakt
Medizinisches Versorgungszentrum Essen-Nord-West
Priv.-Doz. Dr. med. Horst Gerhard
Leitender Arzt
Physikalische und Rehabilitative Medizin
Hülsmannstraße 17
45355 Essen-Borbeck
Fon: 0201 6400 5000/5001
Mail: h.gerhard@mvz-enw.de
Website: www.mvz-enw.de