Heute stellen wir Ihnen die dritte Übung unserer Reihe Achtsamkeit und Mitmenschlichkeit vor. Ziel der heutigen Übung ist es, Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Wir begegnen immer wieder Menschen, mit denen wir nicht auf der gleichen Wellenlänge sind. Wenn wir die folgende Übung regelmäßig üben, werden wir lernen, unser Gegenüber nicht zu verurteilen. Diese Person hat vielleicht einen schlechten Tag oder besitzt Eigenschaften , mit denen wir uns nicht identifizieren können. Kennen wir seine Geschichte? Weshalb reagiert jemand so, wie er reagiert? Jeder hat seine ganz persönliche Vergangenheit, durch die er so geworden ist, wie er ist. Auch wir. Und genauso wenig wie wir verurteilt werden möchten, sollten wir andere verurteilen. Menschen zu nehmen wie sie sind, lässt sich bestens an einem Gegenstand üben.

So geht´s:
Für diese Übung benötigen Sie einen Gegenstand, den Sie in der Hand halten können. Das kann ein Stein sein, den Sie zuvor bei einem Spaziergang gefunden haben, eine Muschel, die Sie von einem Urlaub mitgebracht haben, ein Schmuckstück, das Sie geerbt haben oder etwas ähnliches. Wichtig ist, dass es sich um eine Sache handelt, bei der Sie sich vorstellen können, dass sie schon eine weite Reise zurückgelegt hat, bis sie in Ihren Händen lag.

  1. Haben Sie sich für einen Gegenstand entschieden, setzen Sie sich mit geradem Rücken auf die Kante eines Stuhls und nehmen Sie ihn in die Hände. Betrachten Sie ihn. Wie sieht er aus? Welche Farbe hat er? Hat er Details, die Ihnen auffallen? Risse, Einkerbungen, Gebrauchsspuren? Worauf richtet sich Ihr Blick? Wie fühlt sich der Stein, die Muschel, der Stoff,… in Ihren Händen an? Beantworten Sie sich diese Fragen im Kopf.
  2. Leiten Sie Ihre Aufmerksamkeit langsam von Detail zu Detail ohne hektisch zu werden. Wenn Ihre Gedanken abgleiten, leiten Sie sie sanft wieder zurück auf den Gegenstand in Ihrer Hand. Nehmen Sie nur wahr, wie der Gegenstand ist, ohne ihn zu bewerten.
  3. Wenn Sie den gesamten Gegenstand von allen Seiten betrachtet und erfasst haben, schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich vor, welche Reise der Gegenstand zurückgelegt hat, bis er hier in Ihren Händen liegen konnte. Wie ist er entstanden? Wer hat ihn hergestellt oder ist er ein Wunder der Natur? Aus welchem Material besteht er? Welche Zwischenstopps hat er eingelegt, um es bis zu Ihnen zu schaffen? Wo hat er Pausen eingelegt und wer hat sich an ihm erfreut? Hat er Ozeane überquert oder war er die ganze Zeit im selben Land? Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und spinnen Sie die Geschichte immer weiter.
  4. Wenn Sie in der Reise des Gegenstandes in der Gegenwart angekommen sind, halten Sie einen Moment inne.
  5. Fühlt sich der Gegenstand immer noch genau so an wie zu Beginn, als sie ihn mit offenen Augen betrachteten und seine Geschichte noch nicht kannten? Fühlen Sie sich verbunden mit dem Gegenstand in Ihren Händen?

Diese Übung gehört zu den wichtigsten Achtsamkeitsübungen für ein freundliches und respektvolles Miteinander. Es schult unsere Empathie und erhöht dadurch die Mitmenschlichkeit im Alltag. Wenn Sie möchten, machen Sie die Übung regelmäßig mit unterschiedlichen Gegenständen.
Das Gesund in Essen Team wünscht Ihnen viel Freude und vor allem Geduld beim Üben!