Achtsamkeit: Ein Begriff, hinter dem sich viel verbirgt, über den viel diskutiert wird und der für Verwirrung sorgt.
Mein Verständnis von Achtsamkeit ist wie folgt:

Die Bereitschaft und Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten,
im Hier und Jetzt zu sein:

  • die Innenwelt: Gedanken und Gefühle
  • die Außenwelt: die Umgebung
  • den Körper mit seinen Empfindungen

aktuell wahrzunehmen, ohne diese zu bewerten, seien sie angenehm oder unangenehm.
Achtsamkeit zu schulen ermöglicht, ruhiger und gelassener zu werden, nicht nur Negatives, sondern auch Positives im Leben zu sehen. Achtsamkeit gewinnen heißt, in jedem Augenblick des Lebens präsent zu sein

Die Hauptkriterien

  • Leben im Hier und jetzt
  • Nicht bewerten
  • Körper und Befindlichkeit wahrnehmen

können mithilfe von verschiedensten Übungen und Übungssystemen geschult werden, welche die Sinne ansprechen: sehen, hören, riechen, schmecken, spüren, bewegen, sowie die eigene Gedanken- / Gefühlswelt betrachten. Wichtig ist eine freundliche Grundhaltung zu sich selbst.

Der Begriff Achtsamkeit tauchte ursprünglich im Buddhismus auf. Seine Praxis findet man in allen alten Kulturen, welche die Verbindung zur Natur und die Prinzipien vom Einklang zwischen Körper, Geist, und Seele suchten und pflegten.
In allen alten Kampfkunstsystemen sowie den Übungssystemen zur Erhaltung der Gesundheit der Inder, Chinesen, Japaner, Schamanen u.a. gehörten Achtsamkeitsübungen zur Praxis.
Im Laufe der Zeit entwickelten sich neue Körperarbeitsmethoden, welche auf die Prinzipien der Achtsamkeitsschulung zurückgreifen und sie in neue Konzepte integrieren. Auch in Therapie und Beratung wird Achtsamkeitstraining eingesetzt. Die Neurowissenschaften bestätigen mittlerweile die Wirksamkeit.
Jede Alltagshandlung kann zur Übung der Achtsamkeit genutzt werden.
Die einfachste ( nicht leichteste! ) Achtsamkeitsübung ist die Beobachtung des eigenen Atems. Ohne ihn können wir nicht leben und er ist es, der auf all unsere Befindlichkeiten reagiert und mit unseren Emotionen verbunden ist.
Wer mag, kann Folgendes probieren:

  • Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit (evtl. Wecker / Handy stellen)
  • Setzen sie sich aufrecht in eine bequeme Position
  • Lassen Sie den Atem fließen
  • Konzentrieren Sie sich auf die Stelle ihres Körpers, wo Sie den Atem besonders gut spüren ( Bauchdecke oder Brustkorb oder Nase oder……..)
  • Bleiben Sie dort mit Ihrer Aufmerksamkeit / wenn Gedanken auftauchen, nehmen Sie diese wahr und kehren wieder zur Atembewegung zurück.

Wichtig: es geht nicht darum etwas richtig zu machen! Eine erforschende spielerische und freundliche Grundhaltung sich selbst gegenüber ist hilfreich.

War die Übung interessant für Sie – wenn ja warum?

Viel Spaß und interessante Erfahrungen wünscht

Gisela Graßhoff

Gisela Graßhoff ist Beauftragte Gesundheitsmanagement am Katholischen Klinikum Essen.