Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur und Interview mit Prof. Peschers von der Deutschen Kontinenzgesellschaft.

Gezieltes Beckenbodentraining gegen Inkontinenz

Inkontinenz nach Schwangerschaft – was Frauen dagegen tun können, erläutert Prof. Dr. Ursula Peschers, Mitglied im Expertenrat der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

Prof. Ursula Peschers

Prof. Ursula Peschers

Mit welchen Methoden wird die Harn- oder Stuhlinkontinenz in der Regel therapiert?
Prof. Ursula Peschers: Die wichtigste Methode ist ein gezieltes Beckenbodentraining. Dabei werden die Patientinnen von speziell ausgebildeten Physiotherapeutinnen behandelt. Inkontinenz kann in manchen Fällen mit speziellen Reizstromgeräten gelindert werden. Auch der Einsatz sogenannter „Biofeedbackgeräte“, zusätzlichzur Beckenbodengymnastik, kann sinnvoll sein. Biofeedback ist ein Verfahren, um die Kontraktion des Beckenbodens optisch und akustisch sichtbar zu machen. Die Patientin erhält Kontrolle darüber, ob die richtige Muskelgruppe trainiert wird.

Was können Schwangere tun, um Inkontinenz vorzubeugen?
Prof. Ursula Peschers: Schon in der Schwangerschaft hilft regelmäßiges Beckenbodentraining. Das Training muss natürlich nach der Entbindung fortgeführt werden. Zusätzlich gilt es, eine starke Gewichtszunahme zu vermeiden und das Rauchen zu unterlassen.

Eine schlechte Haltung, Übergewicht und viel Sitzen können die Beckenboden-Muskulatur schwächen und mit der Zeit zu Harninkontinenz führen. Bei Frauen werden die Muskeln durch Schwangerschaft und Geburt zusätzlich beansprucht. Ein Beckenbodentraining kann auch hilfreich sein bei bereits bestehender Blasenschwäche, Darmschwäche und Übergewicht. Schon 10 Minuten tägliches Training stärken die Beckenboden-Muskulatur spürbar und helfen, Problemen vorzubeugen oder Beschwerden zu lindern.

Beckenbodenübungen

Kontakt
Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V.

Prof. Dr. Ursula Peschers
Mitglied im Expertenrat
Friedrichstrasse 15
60323 Frankfurt
Fon: 069 79588393
Mail: info@kontinenz-gesellschaft.de