Herzrhythmusstörungen sind ein häufiges Phänomen. Bei Herzrhythmusstörungen schlägt das Herz deutlich schneller, langsamer oder „stolpert“ aus dem Takt. Die Diagnose von Herzrhythmusstörungen stellen Ärzte mittels Elektrokardiogramm (EKG).

Mini-EKG erfasst Herzrhythmusstörungen

Ein EKG misst die elektrischen Herzströme. Bisher war das auf zwei Arten möglich: vor Ort beim Arzt oder über ein tragbares Langzeit-EKG, an das der Patient für 24 Stunden angeschlossen wurde. Beide Methoden geben nur Aufschluss über eventuell bestehende Herzrhythmusstörungen, wenn sie im Zeitraum der Messung auftraten. Häufig ist das allerdings nicht der Fall. Viele Herzrhythmusstörungen treten in weiten, unregelmäßigen Abständen auf. Die Diagnose gestaltete sich in der Vergangenheit deshalb oft schwierig.
Prof. Birgit Hailer, Chefärztin an der Medizinischen Klinik II am Philippusstift des Katholischen Klinikums Essen hat jetzt das erste EKG bei einem Patienten eingesetzt, das die Herzströme kontinuierlich misst. Dieses Gerät ist das kleinste EKG der Welt. Es ist gerade so groß wie drei Streichhölzer. Damit können Ärzte die Herzströme eines Patienten bis zu drei Jahre überwachen. „Der Herzmonitor wird in einem minimalinvasiven Verfahren eingesetzt“, so Frau Prof. Hailer. Dafür ist ein Schnitt von nicht einmal einem Zentimeter nötig, der Eingriff dauert nur wenige Minuten.

Dieses Gerät ist das kleinste EKG der Welt. Es ist gerade so groß wie drei Streichhölzer.

Ferndiagnose aus dem Schlafzimmer

Über ein Gerät im Schlafzimmer des Patienten werden die Daten, die das EKG über den Tag speichert, einmal in 24 Stunden an den Arzt gesendet. So ermöglicht das System neben dem drahtlosen Langzeit-Monitoring auch das Fernmonitoring. Dabei wird der Arzt automatisch benachrichtigt, wenn beim Patienten zwischen zwei regulären Arztterminen bedeutsame Herzereignisse auftreten. „Tritt eine Arrhythmie auf, so können wir nun viel schneller als bis her eine Diagnose stellen und auch eine adäquate Therapie einleiten.“ so Frau Prof. Hailer.
Eingesetzt wird der sogenannte Reveal LINQ bei Patienten mit Symptomen wie Schwindel, Palpitationen (Herzstolpern), Ohnmachtsanfällen und Brustschmerzen, die auf eine Herzrhythmusstörung hinweisen – aber auch für Patienten mit einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern sowie den potenziellen Folgeerscheinungen wie Schlaganfall.

„Tritt eine Arrhythmie auf, so können wir nun viel schneller als bis her eine Diagnose stellen und auch eine adäquate Therapie einleiten.“