Blutgefäße halten das Blut im Körper dort, wo es sein soll. Wenn sie aufgrund krankhafter Vergrößerungen platzen, kann das schlimme Folgen haben.

Die Aorta ist die Hauptschlagader des Körpers. Pro Minute fließen vier bis fünf Liter Blut durch sie hindurch. Um diesem Fluss standzuhalten, besteht die Aortawand aus drei Schichten: einer inneren Gefäßzellschicht, einer mittleren Muskelschicht und einer bindegewebeartigen Außenschicht. Ist die Gefäßzellschicht infolge struktureller Wandschwächen nicht mehr stabil, kann eine krankhafte Erweiterung oder Aussackung, ein sogenanntes Aneurysma, entstehen.

Ein geplatztes Aneurysma ist ein Notfall, denn durch den Riss in der Gefäßwand fließt das Blut ungehindert in den Körper.

Häufig ist davon die Aorta unterhalb der Nieren betroffen, man spricht dann von einem Bauchaortenaneurysma. Der kontinuierliche Druck des Bluts beult das Aneurysma im Bauch immer stärker aus.

Schnelles Handeln bei geplatztem Aneurysma der Aorta

„In der Aussackung können sich Blutgerinnsel bilden, die in den Beinen zu Gefäßverschlüssen führen können, wenn sie sich lösen“, so Prof. Birgit Hailer, Leitende Ärztin der Medizinischen Klinik II,  Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Rhythmologie und Gastroenterologie am Katholischen Klinikum Essen. „Gefährlich wird es auch, wenn die Gefäßwand dem Druck nicht mehr standhält und platzt.“ Ein geplatztes Aneurysma ist ein Notfall, denn durch den Riss in der Gefäßwand fließt das Blut ungehindert in den Körper. Diese innere Blutung kann für Patienten lebensgefährlich werden. „Aneurysmen sollten möglichst operiert werden, bevor sie platzen“, sagt Prof. Hailer.

Ein Aneurysma richtig behandeln

Um die Ruptur, also den Bruch, eines Bauchaortenaneurysmas zu verhindern, wird ein sogenannter Stent eingesetzt. „Ein Stent ist eine Art Röhrchen, das aus einem Metallgestell besteht, welches mit blutundurchlässigem Gewebe ummantelt ist“, erläutert Prof. Hailer. Zur Platzierung führen die Ärzte jeweils einen Katheter durch die rechte und linke Leistenarterie des Patienten ein und schieben den zweiteiligen Stent im Inneren des Katheters zum Aneurysma vor. Diese Methode erfordert Maßarbeit.

Die Methode erfordert sehr viel Erfahrung und Feingefühl.

„Zum einen ist das Aneurysma für die Ärzte nur während der kurzen Phasen, in denen ein Kontrastmittel über den Katheter verabreicht wird, sichtbar. Sie können also nur dann überprüfen, ob sie das Aneurysma erreicht haben. Zum anderen besteht der Stent aus zwei Teilen, die erst in der Arterie zusammengesetzt werden“, erklärt Prof. Hailer die Methode. Richtig platziert verbindet der Stent zwei gesunde Abschnitte der Bauchaorta miteinander. Das Blut kann dann nicht mehr in die Aussackung fließen und das Aneurysma nicht mehr weiter wachsen. Die Gefahr, dass das Aneurysma im Bauch platzt, ist damit gebannt.

Bauchaortenaneurysma: Minimalinvasive OP schont den Patienten

Die Methode erfordert sehr viel Erfahrung und Feingefühl. „Das Einsetzen eines Stents bedarf einer gründlichen Vorbereitung“, so Prof. Hailer. Patienten haben allerdings einen entscheidenden Vorteil: „Durch diese minimalinvasive Methode können Patienten im Regelfall schon nach drei Tagen wieder entlassen werden.“